Cyclone Pam ist ein tropisches Sturmtief und wütet gerade auf den Pazifik-Inseln nördlich von Neuseeland. Es wird auf seinem Weg nach Süden wohl die Ostküste der Nordinsel streifen. Hier kann man den berechneten Verlauf des Sturms sehen. In den Medien werden die Menschen in den betroffenen Gebieten vom Katastrophenschutz aufgerufen sich vorzubereiten: Kerzen, Wasser und Nahrungsmittel für ein paar Tage zuhause zu haben. Nur für den Fall der Fälle.
In Neuseeland spielt Zivil- und Katastrophenschutz eine viel größere Rolle als in Deutschland. Nicht erst seit dem Erdbeben in Christchurch ist jeder Haushalt in Neuseeland angehalten ein Getaway kit griffbereit zu haben. Das ist eine Notfalltasche mit Taschenlampen, Radio, Erste-Hilfe-Set, Nahrungmittel usw. Wie man sich am besten auf Notfallsituationen vorbereitet, kann man auf den Websites von GetThru und dem  Ministry of Civil Defence & Emergency Management nachlesen.
In Neuseeland ist die Gefahr für Naturkatastrophen auch nicht größer als in Europa, aber man ist sich dessen mehr bewußt. Die gut ausgebaute Infrastruktur musst gepflegt und geschützt werden, denn in Neuseeland es gibt viel Natur und wenig Menschen. Es gibt viele kleine Siedlungen die weit ab von großen Städten liegen. Wenn dort die Strom-oder Wasserversorgung zusammenbricht kann es schonmal ein paar Tage dauern bis sie repariert wird.

Noch weiß niemand ob Cyclone Pam an Neuseeland vorbeiziehen wird oder doch näher kommt und vielleicht Schäden anrichtet. Aber man ist vorbereitet. Eine Freundin von mir lebt an der Ostküste und dort waren im Supermakt Taschenlampen und Kerzen ausverkauft. Aber noch besteht kein Grund zur Panik.

Eine Zivilkatastrophe der ganz anderen Art gab es am Donnerstag Nachmittag bei uns hier im Norden von Auckland. Ich arbeite in einem Gebäude mit Dachparkplatz. Der Parkplatz liegt quasi auf dem Dach eines Baumarkts und meine Firma ist auf der gleichen Etage.
Wir staunten alle nicht schlecht, als am Donnerstag Nachmittag auf einmal eine 15m hohe Wasserfontäne aus der 2 spurigen Hauptstraße herausschoss. Und es wollte gar nicht mehr aufhören. Der Wasserstrahl was riesig und es bildete sich ein großer See auf der Straße. Offenbar ein Wasserrohrbruch an einer Hauptleitung. Am Freitag war immernoch das ganze Stadtviertel ohne Wasser. Als ich morgens zu Arbeit kam waren im Büro alle etwas ratlos. Was macht man ein einem Büro mit 100 Mitarbeitern ohne Wasser? Kein Kaffee, keine Toiletten, keine Sprinkleranlage im Notfall.
Es wurden dann ein paar Dixi-Klos aufgestellt aber im Prinzip hat jeder das Nötigste erledigt und ist dann nach hause gefahren. Die benachtbarte große Shopping Mall blieb den ganzen Tag geschlossen und für die Anwohner wurden in den umliegenden Straßen Tankwagen mit Wasser aufgestellt. Da wird einem schon bewußt wie schnell alles zusammenbrechen kann nur weil mal kein Wasser aus der Leitung kommt.