26. April 2011 Bei all der überschwenglichen Vorfreude auf Neuseeland und den ganzen Vorbereitungen gibt es bei uns natürlich im Moment kaum ein anderes Thema. Alle wollen wissen wie wir das dann machen, wo wir da dann wohnen wollen und ob ich schon einen Job habe. Wir reden quasi von nichts anderem.

Aber mein Schwesterherz hat mir da letztens mal einen Dämpfer verpasst: Ich hatte Ihr wiedermal erzählt, dass es jetzt kaum mehr 10 Wochen sind bis wir auswandern, und dass ich mich voll drauf freue . Darauf sagte sie nur trocken: ” Aha, … noch 10 Wochen.. soll ich mich da jetzt freuen oder was…?!”
Was sie meinte war: Na toll, in 10 Wochen seid ihr weg und wir sehen uns wahrscheinlich erstmal eine ganze Weile nicht wieder… Danke, dass Du einfach abhaust und aus meinem Leben verschwindest…. Von der Seite hatte ich das Ganze noch gar nicht betrachtet. Für Markus und mich ist alles neu und aufregend. Das macht die ganze Sache wahrscheinlich für uns leichter als für unsere Freunde und Familie. Die Zurückbleiber haben sich die Situation ja nicht ausgesucht und müssen uns ziehen lassen. Sie bleiben zurück und wir sind einfach weg.

Unsere Familien sind zwar nicht gerade begeistert, dass wir nach Neuseeland auswandern, aber sie unterstützen uns trotzdem wo sie können. Markus und ich haben das Thema Auswander schon seit 2006 immer mal wieder angeschnitten und alle Beteiligten hatten genügend Zeit sich damit auseinanderzusetzen und sich mit dem Gedanken anzufreunden. Ich kenne aber auch Auswanderer, deren Eltern seit der Auswanderung kein Wort mehr mit ihnen reden.

Andererseits hört man ja oft, dass es nicht so schlimm ist, wenn man die Familie nur einmal im Jahr sieht, denn dann genießt man die gemeinsame Zeit eben um so mehr. Und es stimmt: Jetzt wo alle wissen dass wir bald weg sind, verbringen wir bewußt viel Zeit mit den lieben Zurückbleibern. Alle wollen uns unbedingt nochmal öfter sehen und wir werden überall geknuddelt.
Eigentlich auch nicht schlecht…