Wir haben über 4 Jahren in Auckland gewohnt und sind in dieser Zeit insgesamt 3 Mal umgezogen. Unser erstes Zuhause war in Northcote, dann sind wir nach Te Atatu Peninsula umgezogen. Seit 2 Jahren wohnen wir nun in Birkdale zur Miete und uns gefällt es hier ganz gut.
Zu Anfang fanden wir Auckland total super: Das Klima ist mild, es gibt viele Strände, Cafés, Konzerte, Märkte und Festivals. Die Stadt ist so weitläufig, dass immer irgendwo was los ist. Gleichzeitig fühlt sich Auckland aber auch “klein” an. Die Stadtteile auf der North Shore und im Zentrum sind wie Dörfer, die sich zu einer riesigen Stadt zusammengefügt haben. Jeder Stadtteil hat eine Ladenstraße und meist ein Community-Zentrum und eine Bibliothek. Eigentlich dachten wir immer, dass wir hier ein kleines, reovierungsbedürftiges Haus kaufen und sesshaft werden.
In den “alten” Stadtteilen findet man fast ausschließlich Einfamilienhäuser mit Garten – jedes ganz individuell gebaut und mit viel Grün außenrum.

Nurn sind die Hauspreise in Auckland aber so astronomisch überteuert, dass es für uns absolut unrealistisch ist hier ein Haus zu kaufen. Wir wollen uns ja nicht für die nächsten 30 Jahre verschulden. Außerdem finden wir, dass Auckland langsam seinen Charm verliert.

Laut Statistik lassen sich 70% der Einwanderer in Auckland nieder: Das bedeutet Wohnraum ist sehr knapp. Überall wo Platz ist wird wie wild gebaut und diese Neubaugebiete sind total grässlich und sehen aus wie Klon-Viertel. Auf engstem Raum wird ein Apartment oder Klon-Haus neben das andere gepresst. Wer will denn so wohnen?

Der Auckland Unitary Plan (Stadtentwickungsplan) sieht jetzt für alle Stadtteile Nachverdichtung mit mehrstöckigen Apartments vor. Die Bewohner von alten, wunderschönen Stadtvierteln wie Mt Eden und Devonport laufen natürlich Sturm gegen diese Pläne, aber es hilft ja nichts. Irgendwo müssen die ganzen Einwanderer ja wohnen.
Allerdings ist es ja nicht damit getan mehr Wohnungen zu bauen. Alle diese neuen Einwohner müssen ja auch zur Arbeit fahren. Aucklands Straßen sind jetzt schon chronisch verstopft. Ich frage mich ersthaft wie das in Zukunft werden soll, mit all diesen neuen Apartments überall. Die Politik sollte dringend Wege finden das aufgeblasene Auckland zu entlasten in dem zB großen Firmen Anreize geben in kleinere Städte umzuziehen, damit sich nicht alles in Auckland ballt. Oder ein gutes Nahverkehrsnetz würde auch nicht schaden. Aber da tut sich gar nichts. Für Markus und mich ist jedenfalls klar, dass unsere Zukunft zwar in Neuseeland aber nicht in Auckland liegt.