Seit Montag Abend sind wir nun wieder im Lande und kämpfen immernoch mit dem Jetlag. Bei der Ankunft in Deutschland hatten wir dafür seltsamer Weise überhaupt keinen Jetlag. Vielleicht hätte ich mir noch länger frei nehmen sollen – aber es geht ja nichts über gesunden Büroschlaf ;).

Heimatbesuch in Franken

An dieser Stelle möchte ich auf die Dinge eingehen, die uns als Auswanderern beim ersten Besuch in Deutschland nach 3 Jahren Abwesenheit besonders aufgefallen sind.

1.Neuseeland hat echt saubere Luft

Markus’ leichtes Asthma war in Neuseeland komplett verschwunden, kam aber nach wenigen Tagen in Deutschland wieder voll zurück. Auch ich hatte die ganze Zeit ein unangenehmes Kratzen im Hals. Keine Ahnung ob das der fränkische Luftverschmutzung, den erhöhten Ozonmengen oder dem Feinstaub zu verdanken war. Nach einer halben Woche Neuseeland sind wir jetzt aber beide wieder “geheilt”.

2. Es gibt in Neuseeland nur wenig Raucher

Es gibt in Deutschland wahnsinnig viele Raucher und es wird auch überall geraucht: Im Restaurant-Garten am Tisch nebenan, auf der Straße, überall. Auf der Straße liegen überall Kippenstummel und auch sonst ist man oft mit stinkigen Aschenbechern konfrontiert. In Neuseeland ist das Rauchen so gut wie aus dem öffentlichen Straßenbild verschwunden. Man nimmt in der Öffentlichkeit eigentlich kaum Raucher wahr.

3. Deutsche sind unfreundlich

Jetzt wo wir in Neuseeland sozialisiert sind kommen uns die Bewohner Deutschlands ziemlich rüpelhaft und unfreundlich vor. Als ich Marktkauf eine Verkäuferin nach Lebkuchen fragte, befand diese es nochnichtmal für notwendig sich mir zuzuwenden bzw mich anzusehen während sie mir mürrisch antwortete. In Neuseeland wäre das ein nettes kleines Gespräch geworden…à la “Oh, wollen sie die wohl verschenken, an wen denn…?…” Vom Kellner bis zum Nebenmann in der Schlange in der Bank. Alle ziehen eine “Fresse”.

4. Überall Rentner

Im Straßenbild gibt es augenscheinlich sehr viele alte Leute. Vieles ist auf alte Leute ausgerichtet: Ein Rentner-WG Kinofilm, ein Rentner Magazin, die Musik in der Sauna, die Speisekarte, das Sonderartikelangebot bei Aldi, die Politik. Auf der anderen Seite sieht man im Vergleich zu Neuseeland wenige Familien oder Kinder im Straßenbild.

5. Autofahren in Deutschland ist stressig

Das mit der Unfreundlichkeit macht sich auch im Straßenverkehr bemerkbar. Da wird geschnitten, ein braver Spurwechsel abgeblockt oder der Parkplatz vor der Nase weggeschnappt. Die Kiwis sind zwar miserable Autofahrer – aber trotzdem meist sehr zuvorkommend und sehr viel gemächlicher unterwegs als die Bewohner Deutschlands.

6. Deutschland ist uns irgendwie fremd geworden

Ja, ich schreibe “Bewohner Deutschlands”, weil mir in unserer Heimatstadt Nürnberg aufgefallen ist, daß es extrem viele Leute mit osteuropäischen Akzent gibt – von den vielen Türken ganz zu schweigen. Ich meine auch mehr Schwarzafrikaner im Straßenbild wahrgenommen zu haben als früher. Ich bin wirklich nicht rassistisch (ha, ha, ich lebe als Ausländer in einem Multi-Kulti-Land) aber irgendwie macht mich das nachdenklich.
Markus und ich waren uns jedenfalls einig, daß wir uns nicht mehr vorstellen können in Deutschland zu leben. In den 3 Jahren Neuseeland haben wir uns tatsächlich irgendwie entfremdet. So schön es war die Familie und Freunde mal wieder persönlich zu treffen – wir waren froh als wir dann wieder “nach hause” geflogen sind.