Neuseeland war schon seit jeher ein Einwanderungsland. Um das Jahr 1860 herum lebten gerade mal rund 120.000 Menschen in Neuseeland, 1962 waren es schon 2,4 Mio und heute leben etwa 4,6 Mio Menschen in Neuseeland (Population clock). Ein so drastisches Bevölkerungswachstum muss gut gemanaged werden und ist eine nicht zu unterschätzende Belastung für ein kleines Land wie Neuseeland. Im letzten Jahr (Okt 2013 – Okt 2014) nahm die Bevölkerung Neuseelands netto um 47,684 zu (Neuankömmlinge minus Abwanderer). Das ist ein neuer Rekord und entspricht der Bevölkerungszahl einer mittelgroßen deutschen Stadt wie Ravensburg.
Die Statistiken variieren, aber man geht davon aus, dass sich mindestens die Hälfte der Einwanderer in Auckland niederlassen. Und genau hier entstehen die Probleme. Kein Wunder, dass die  Immobilienpreise durch die Decke gehen wenn jede Woche aufs neue ca 500 zusätzliche Einwanderer auf den Wohnungsmarkt drängen und kaufen oder mieten wollen.

Der Wohnraum-Mangel ist ein großes Problem: Und die Zuwanderung ist angeblich schuld

Auckland mit Harbour Bridge

Die Regierung versucht zwar irgendwie dafür zu sorgen, dass es bezahlbaren Wohnraum gibt aber sie scheitert kläglich. In Auckland werden ganze Stadtviertel werden aus dem Boden gestampft (wie Millwater oder Hobsonville Point) und alte Stadtviertel durch Apartmentblocks nachverdichtet. Aber es hilft alles nichts. Der Durchschnittliche Hauspreis in Auckland liegt mittlerweile bei über 800.000 $ (in 2003 lag er bei 298,000 $) und steigt im Moment jedes Jahr um ca 14,6%.
Andere geben ausländischen Investoren die Schuld. Neuseeland hat eine relativ stabile Wirtschaftslage und einen boomenden Immobilienmarkt. Gute und sichere Investment-Möglichkeiten sind mittlerweile rar auf der Welt und so fließt viel Geld nach Neuseeland. Ein Vorschlag hier wäre eine Steuer für ausländische Investoren. Australien will jetzt ausländischen Investoren verbieten bestehende Immobilien zu erwerben – dort kann man als Investor nur neu bauen. Doch die neuseeländische Regierung leht beides ab weil sie fürchtet die Investoren zu vergraulen.

Wird Auswandern nach Neuseeland schwieriger?

Wahrscheinlich ist die Antwort ja!
Die Frage ist nun, wie lange kann das noch gut gehen? Die nationalistische Partei New Zealand First fordert nun die Zuwanderung stärker einzuschränken und findet durchaus Befürworter. Es kann gut sein, dass dem Premierminister John Key und der Regierung dieses Thema bei der nächsten Parlamentswahl Kopf und Kragen kostet. Der Quarter Acre und ein eigenes Haus waren für Kiwis immer eine Selbstverständlichkeit und sind für viele “First Home Buyer” dieser Generation unerreichbar.

Auf der anderen Seite braucht Neuseeland die Fachkräfte um das Wirtschaftswachstum am Laufen zu halten. Es herrscht ein Mangel an Fachkräften in der IT Branche und vielen anderen Bereichen. Ich frage mich: Warum müssen alle großen Firmen ihren Sitz in Auckland haben? Viele Einwanderer lassen sich ja nur in Auckland nieder weil es hier die meisten Jobs gibt.