So, jetzt haben wir ein Auto. Eigentlich gehörte es meiner deutschen Freundin Karin, die es hier in Neuseeland zurücklassen musste.  Aber wir haben uns schon mit ihm angefreundet und haben es ihr nun kurzerhand abgekauft. Es ist ein Toyota Estima Lucida, BJ 1994, automatik mit 218.195 km auf dem Buckel. Eine typische Backpacker-Kutsche. Hinten gibts eine Matratze, jede Menge Campingausrüstung und er hat ein Glasdach zum Sterne gucken. Wir haben ihn Oscar getauft, nach Oscar dem Kiwi aus Paterangi wo Karin ihn geparkt hatte.

 

Wir sind zwar eigentlich keine Backpacker, aber wir werden sicher die ein oder andere Tour machen und da ist so ein Schlafauto schon praktisch. Außerdem kommen in einem Monat unsere Kisten mit den Sachen aus Deutschland in Nelson an, und die können wir damit dann gut abholen.
Autofahren ist hier nicht ganz so einfach, denn es ist ja Linksverkehr und der Fahrer sitzt auf der rechten Seite. Dementsprechend ist der Scheibenwischer links (wo in Deutschland der Blinker ist) und der Blinker ist rechts (wo in Deutschland der Scheibenwischer ist). Trifft man also an der Kreuzung ein Auto das den Scheibenwischer an hat, obwohl es nicht regnet, ist es garantiert ein Tourist 😉 .

Schalten müsste man mit der linken Hand, was uns erspart bleibt, weil unser Auto zum Glück Automatik hat.
Ich bin vorher noch nie Automatik gefahren und hatte schon einen Aussetzer beim Fahren: Ich wollte Kuppeln! Dazu hab ich die Bremse getreten, weil es ja nur 2 Pedale gibt: Bremse und Gas.
Das war schon ein komisches Gefühl, denn das Auto hat ne Vollbremsung hingelegt, und ich hab in dem Moment gar nicht realisiert warum…
Das mit dem Fahren geht jetzt schon ganz gut, aber man muß sich voll konzentrieren. Vor allem wenn man abbiegt oder linksrum in einen Kreisverkehr reinfährt. Außerdem hört das Auto ja nicht links neben dem Fahrer auf (wie in Deutschland), sondern da kommt ja noch der Beifahrersitz. Das muss man auch miteinrechnen, wenn man die Spur hält oder um etwas herumfährt. Ihr merkt schon ich bin gerade noch in der Umgewöhnungsphase…. Viel schlimmer finde ich es aber der Beifahrer zu sein: Man sitzt auf dem Sitz wo in Deutschland der Fahrer sitzt und fühlt sich “zuständig”, hat aber kein Lenkrad vor sich…