Unsere letzten Renovierungsaktivitäten sind ja schon ein paar Monate her. Jetzt haben wir wieder neue Kräfte (und Geld) gesammelt und wagen uns an das nächste größere Projekt: Wir renovieren die beiden Schlafzimmer vorne im Haus.
Links und rechts von der Haustüre haben wir 2 etwa gleich große Schlafzimmer mit jeweils einem riesigen Fenster (270 cm breit und 160 cm hoch). Diese beiden Fenster haben uns schon viel Kopfzerbrechen bereitet. Sie sind eher unpraktisch weil der größte Teil der Fenster eine feste Glasfläche ist und man nur 2 kleine Schiebefenster seitlich aufmachen kann. Außerdem ist der Abstand vom Boden zum Fenster nur 70 cm, dh man kann auch keine Kommode oder ähnliches unter das Fenster stellen weil es zu niedrig ist. Hinzu kommt dass die Fenster einfachverglast sind (was auch sonst) und die Glasscheiben sehr dünn sind. Im Winter macht sich das nachts durch frostige Raumtemperaturen von unter 14 Grad bemerkbar gegen die man mit einem Elektroheizercher kaum anheizen kann.

Unser Schlafzimmerfenster

Unser Schlafzimmerfenster

Doppelglasfenster sind in Neuseeland Luxus

Nachdem wir die Schlafzimmer ohnehin komplett entkernen werden kam der Gedanke auf die Fenster gegen neue Doppelglasfenster auszutauschen. Nur weil man in Neuseeland lebt muss man sich ja nicht mit den zugigen kalten Häusern abfinden. Da wir jetzt in unserem eigenen Haus wohnen haben wir die Möglichkeit uns einen Hauch “deutschen Standard” zu gönnen.
Weil wir die Fassade von unserem Worker’s Cottage aus dem Jahr 1910 aber nicht verunstalten wollen stehen Aluminiumfenster (bei Kiwis sehr beliebt) nicht zur Debatte. Wir bleiben bei Holzfenstern die zum Stil des Hauses passen – auch wenn das relativ teuer kommt. Nachdem die Fenster sowieso jeweils fast die ganze Wand im Zimmer einnehmen hatte Markus die glorreiche Idee anstatt Fenster gleich French Doors (Balkontüren) einzubauen. So öffnen sich die Schlafzimmer auf die kleine Porch (Veranda) vor dem Haus.

In neuseeländischen Häusern findet  man meist einfach verglaste Fenster

Wir sind von der Idee total begeistert, nur war es leider gar nicht so einfach einen Fensterbauer zu finden der uns diese French Doors zu bezahlbaren Preisen baut. Auf der ganzen Nordinsel haben wir uns Angebote machen lassen, u.a. auch von Firmen die deutsche Fenster und Türen bauen bzw importieren: Ecowindows, Fenestro, Eurowindows und ThermaDura. Der Stil dieser Türen passt aber leider so gar nicht zu unserem alten Kolonialhäuschen.
Irgendwie sind wir mit unserem Wunsch nach Doppelglastüren aus Holz hier in Neuseeland auch echte Exoten. Die Kiwis verbauen hauptsächlich einfachverglaste Aluminumfenster- und Türen die im Prinzip eine einzige Kältebrücke sind.

Nach langem hin und her und Angeboten von bis zu 17.000NZD für beide Türen haben wir jetzt hier in Gisborne eine Firma gefunden die uns die Türen für bezahlbares Geld baut. Zwei Fensterbauer aus Tauranga waren total ausgebucht und hatten dieses Jahr keine Kapazitäten mehr Türen für uns zu bauen… Der Bauboom lässt grüßen.

Markus fängt gerade mit dem Entkernen des ersten Zimmers an. Ich bin schon total gespannt und freue mich voll auf die neuen French Doors! Ich werde Euch auf dem Laufenden halten!