Ich bin wieder auferstanden aus dem Umzugschaos und melde mich zurück auf dem Blog. Unser kleines Haus wird langsam wohnlicher und alles findet seinen Platz. Bitte erinnert mich: Ich will nie wieder umziehen!

Wir sind ja nicht nur mit unseren Habseligkeiten, Möbeln, Geschirr und Klamotten umgezogen sondern auch mit einer Gartenhütte, 3 Autos, 3 Fahrädern, einem Motorroller, einem riesen BBQ und jede Menge Materialien für die Renovierung, die wir aus Kostengründen schon in Auckland besorgt hatten. Darunter eine 2m Granitarbeitsplatte für die Küche, 30qm Holzplanken für die neue Terrasse, eine Badewanne, eine Einbauküche usw. Ziemlich irre ich weiß.

Um Geld zu sparen haben wir dem Umzug selbst gemanaged: Mit zwei Anhängern, einem Van und unseren Autos sind wir mehrmals zwischen Auckland und Gisborne (ca 500km) hin und her gefahren. Eine Umzugsfirma berechnet für einen stinknormalen Umzugs eines 3-Bedroom Hauses von Auckland nach Gisborne ca 3500 NZ$. Nachdem wir mehr als doppelt so viel Kram hatten wie unsere Freunde die diesen Preis bezahlt haben war klar, das wir den Umzug selbst in die Hand nehmen. Und nun ist der Stress ja vorbei … Vielen lieben Dank nochmal an alle Umzugshelfer!!

Wir haben uns schon wunderbar eingelebt und gewöhnen uns schnell an den neuen Rhythmus. Wir stehen gemütlich auf und frühstücken, ich setze mich um 9h an meinen Home-Office Computer und Markus wird ab nächster Woche mit der Hausrenovierung loslegen. In meiner Mittagspause erkunden wir zu Fuß die neue Nachbarschaft.

Unser neuer Stromanbieter Contact hat uns noch einen Knaller-Brief geschrieben: Die wollten doch tatsächlich, dass wir ihnen einen Hausschlüssel von unserem Haus schicken….damit der Zählerableser jederzeit rein kann. Anbei ein Mäppchen für den Schlüssel mit Rückumschlag (siehe Bild). Kiwis mögen vertrauenseelig sein, aber so viel deutsches Misstrauen steckt dann doch noch in mir: Ich gebe doch nicht irgendwem einen Hausschlüssel!!! Nach einem Anruf hatte sich das auch geklärt. Ich darf selbst Fotos von meinem Zählerstand machen und per Email einreichen. Na also.

Heute wurde unser kleines Idyll von der Meldung über ein schweres Erdbeben in Chile gestört. Das ist im Prinzip weit weg von uns, aber zwischen Südamerika und Neuseeland liegt nur der Südpazifik. Da muss man bei einem Erdbeben mit einem Tsunami rechnen! Die Civil Defence Behörde hier hat dann auch gleich Warnungen herausgegeben, aber so schlimm wird es wohl nicht werden. Um Mitternacht werden Wellen erwartet, die ca 30 bis 40 cm höher sind als normal. Man soll nicht in Meer gehen und vom Strand wegbleiben.

Markus hatte mich immer belächelt, weil ich beim Hauskauf darauf bestanden habe, ein Haus zu kaufen, das nicht in der Tsunami-Evakuierungszone von Gisborne liegt. Ich will nicht nah am Meer oder einem Fluß wohnen – was in einer kleinen Küstenstadt mit 2 Flüssen gar nicht so einfach ist.
Jetzt wohnen wir noch nichtmal eine Woche hier und es hat sich schon ausgezahlt. Ich jedenfalls werde heute Nacht trotz Tsunami Warnung ganz beruhigt schlafen.