Das Work Visa und das Residence Visa ( auch Resident Visa genannt) sind zwei Arten von Visa die die allermeisten Neuseeland-Auswanderer beantragen und es macht einen riesen Unterschied welchen von beiden man hat. Ich erhalte sehr viele Emails von Leuten die nach Neuseeland auswandern möchten und stelle dabei immer wieder fest dass es große Missverständnisse bezüglich dieser beiden Visa-Arten gibt. Viele Deutsche in Neuseeland kennen sich mit Visa aus, weil sie selbst schon einen Visa-Antrag gestellt haben. Aber Leute die ganz am Anfang ihrer Auswanderung stehen blicken da oft noch nicht so gut durch.

Eigentlich gebe ich keine Ratschläge zum Thema Visum und schreibe auch hier auf dem Blog bewußt keine Details zum Thema Visum für Neuseeland. Die Gesetze und Regelungen rund um Visa und Einwanderung ändern sich in Neuseeland ständig und da käme ich gar nicht hinterher mit dem aktualisieren der Artikel.

Das Work Visa und das Resident Visa (Residence Visa) sind 2 Visa-Kategorien die zur Basis des neuseeländischen Einwanderungssystems gehören. Natürlich soll dieser Artikel nur ein Anhaltspunkt sein und kann für Auswanderer nur den Anreiz geben sich genauer zu informieren. Auf der Website vom Immigration New Zealand kann man verlässliche, aktuelle Infos und Details zu den verschiedenen Work Visa und Resident Visa finden. Ich empfehle Neuseeland-Auswanderern sich an diese Webseite zu halten oder einen lizensierten Auswanderungsberater zu fragen. Aber jetzt mal Klartext:

Was ist ein Work Visa?

Da in Neuseeland in vielen Branchen Fachkräftemangel herrscht hat die neuseeländische Regierung ein großes Interesse daran dass Fachkräfte aus dem Ausland nach Neuseeland kommen und in diesen Bereichen arbeiten. Solche Fachkräfte werden zB wegen dem Bauboom oder der schnell wachsenden IT-Branche in Neuseeland dringend gebraucht um Lücken im Arbeitsmarkt zu füllen. Dementsprechend ist es relativ einfach ein Work Visa (Arbeitsvisum) zu beantragen wenn man verschiedene Bedingungen erfüllt: Man braucht meist ein Jobangebot (unterschriebenen Arbeitsvertrag) in einem “gesuchten Beruf” und muss oft eine entsprechende Ausbildung/Arbeitserfahrung nachweisen können.
Aber auch geringer qualifizierte Farmarbeiter, Erntehelfer und Aushilfen in der Gastronomie gehören zu den dringend gebrauchten Arbeitskräften und erhalten unter bestimmten Bedingungen Work Visa. Der Antrag auf ein Work Visa hat nichts mit dem Punktesystem zu tun.

Je nachdem was für eine Art von Work Visa man hat kann man seinen Partner und Kinder mit ins Land bringen. Mit manchen Work Visa geht das allerdings nicht so ohne weiteres. Ein Work Visa ist in Neuseeland aber auf jeden Fall zeitlich begrenzt zB auf 1, 2 oder 3 Jahre. Das bedeutet dass man nach Ablauf dieser Frist wieder ganz neu nachweisen muss dass man alle Bedingungen erfüllt um ein weiteres Work Visa zu bekommen. Die Bedingungen und Gesetze können sich aber in der Zwischenzeit geändert haben. Schafft man es nicht ein neues Work Visa zu bekommen muss man Neuseeland verlassen wenn das Work Visa ausläuft (meist innerhalb von 1 Monat). Oft ist das Work Visa auch an einen bestimmten Job gebunden. Das bedeutet: Verliert man den Job, dann wird auch das Work Visa ungültig.
Streng genommen ist ein Einwanderer mit Work Visa also noch gar kein “richtiger” Einwanderer, da er ja nur für eine befristete Zeit in Neuseeland leben und arbeiten darf. Für viele Einwanderer ist das Work Visa aber der erste Schritt zur Auswanderung. Sie beantragen dann später ein Resident Visa wenn sie schon mit einem Work Visa in Neuseeland leben und arbeiten.

Residence Visa Neuseeland

Residence Visa Neuseeland

Was ist ein Resident Visa (Residence Visa) ?

Mit einem Permanent Residence Visa kann man sich prinzipiell lebenslang in Neuseeland aufhalten und arbeiten (dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung). Ein “Resident” ist in Neuseeland einem neuseeländischen Staatsbürger nahezu gleichgestellt. So dürfen Einwanderer mit Resident Visa zB wählen gehen, zu den gleichen Konditionen in Neuseeland studieren wie Neuseeländer und sie haben (nach Ablauf einer Frist) Anspruch auf die neuseeländische Grundrente. Die Partner und Kinder von einem Resident erhalten im Allgemeinen auch den Resident Status. In Neuseeland geborene Kinder von Residents erhalten zusätzlich zur Staatsbürgerchaft der Eltern automatisch auch die neuseeländische Staatsbürgerschaft . Als “Permanent Resident” kann man sein Visum nur verlieren wenn man eine schwerere Straftat begeht.

Mit einem Residence Visa in der Tasche nach Neuseeland zu fliegen wäre für einen Einwanderer sicher ideal. In der Realität funktioniert das aber nur bei einem Bruchteil der Auswanderer weil die Punkte ohne einen Job nicht für den Antrag ausreichen.
Neuseeland vergibt Residence Visa (Skilled Migrant Category) nur an Einwanderer die einen “Skilled Job” haben und/oder die eine bestimmte Zahl von Punkten erreichen. Die Definition von “Skilled Job” und auch die Punktegrenze wurden erst kürzlich geändert (siehe mein Interview mit Peter Beiner). Das ist die vereinfachte Erklärung. In Wirklichkeit ist das System komplizierter denn es gibt verschieden Arten von Work Visa, verschiedene Ebenen von Resident Visa und verschiedene Wege ein Resident Visa zu erhalten.

Ich wollte das nur mal grundsätzlich erklären weil es bestimmt eine ganze Reihe von Auswanderern gibt die froh sind einen Job und ein Work Visa in Neuseeland gesichert zu haben, dann aber aus allen Wolken fallen wenn sie feststellen, dass sie keinerlei Chancen auf ein Residence Visa haben. Das bedeutet sie können zwar momentan hier in Neuseeland leben, müssen aber auf lange Sicht wieder gehen.
Bevor man also Haus und Hof in Deutschland verkauft sollte man sich gut informieren welche Kriterien die Arbeitsstelle die man in Neuseeland annimmt erfüllen muss damit man Chancen auf ein Residence Visa hat.

Die Visa Gesetze werden in Neuseeland ständig geändert

Das Fiese dabei ist, dass sich im Moment ziemlich viel ändert und das auch relativ plötzlich: Gerade in den letzten Monaten hat die zuständige Behörde Immigration New Zealand ein paar ziemlich krasse Gesetzesänderungen durchgesetzt die total unerwartet kamen und mit sofortiger Wirkung umgesetzt werden. Das heißt die Arbeitsstelle die gestern noch genug Punkte brachte kann heute schon nutzlos für den Antrag auf eine Residence Visa sein.
Ich will hier niemandem Angst machen: Für viele Berufsgruppen ist es nach wie vor problemlos möglich ein dauerhaftes Visum für Neuseeland zu bekommen. Aber die Regeln werden straffer, der Andrang an Migranten die ein Visum beantragen wollen ist groß und Neuseeland wird in Zukunft strenger aussortieren und genauer hinschauen wer im Land gebraucht wird.

US-Amerikaner fliehen vor Trump, Briten fliehen vor dem Brexit und viele Europäer finden Europa zunehmend ungemütlich. Neuseeland schützt sich vor diesem Ansturm.
Es wird also immer wichtiger die Regeln genau zu kennen nach denen man spielen muss um ein Visum für Neuseeland zu bekommen. Hört nicht auf die Leute die schon in Neuseeland leben und sagen: “Ach so schwer ist das gar nicht mit dem Visa-Antrag”. Die sind zu ganz anderen Zeiten und anderen Bedingungen eingewandert. Heutzutage muss man wissen auf was man sich einlässt, gut informiert sein und Biss haben um die Kurve zu kriegen. Das Tor steht noch offen, aber nur die Harten kommen in den Garten!

Auch Markus und ich konnten damals nicht direkt Residence beantragen. Ich musste erst einen Job finden um ein Visum beantragen zu können. Hier könnt Ihr nachlesen welche Visa Markus und ich im Laufe der Zeit beantragt haben bis wir dann am Ende das Permanent Resident Visa hatten.