August 2015: Vor ziemlich genau 4 Jahren sind Markus und ich hier in Auckland angekommen und wir fanden es super hier zu leben. Auckland – die Metropole mit internationalem Flair, die sich nach Kleinstadt anfühlt. Konzerte, Sportveranstaltungen, Cafés, Märkte, viel Natur und Strände. Uns war nie langweilig, denn am Wochenende gab es immer was Neues zu entdecken.

Nach 4 Jahren haben aber so ziemlich alles gesehen und unsere Prioritäten haben sich auch mittlerweile verschoben. Ausgehen und Freizeitaktivitäten sind nicht mehr so wichtig. Wir wollten uns niederlassen, ein Haus kaufen und haben über Familie nachgedacht.
Auckland hat sich in der Zwischenzeit auch sehr verändert. Man merkt wirklich im täglichen Leben wie viel mehr Menschen sich hier auf einmal überall tummeln. Am Wochenende in die Mall fahren zum Einkaufen bedeutet erst im Stau stehen und dann an der Mall keinen Parkplatz finden. Auch Events auf die wir früher gerne gegangen sind, fühlen sich jetzt total überlaufen an (zB das Food Festival im CBD).
Vielleicht hat sich auch unsere Wahrnehmung verändert: Schließlich hat man überall in Neuseeland viel Platz bzw ist meist alleine wenn man irgendwo spazieren geht … nur in Auckland sind überall total viele Leute. Das ging uns zunehmend auf die Nerven.

Unser Haus in Birkdale

Der Verkehr in Auckland war schon immer nervig, aber im Berufsverkehr steht die Stadt eigentlich mittlerweile kurz vor dem Kollaps. Überall entstehen neue Apartment-Anlagen – aber auf welchen Straßen all diese neuen Bewohner zu Arbeit fahren sollen, darüber denkt offensichtlich niemand nach.
Wer morgens nur 15 km in die Innenstadt fahren muss kann sich im Prinzip auf 1 Stunde im Stau stehen gefasst machen – egal aus welcher Richtung. Ausweichmöglichkeiten wie Bus und Bahn sind lächerlich schlecht ausgebaut und Fahrrad fahren ist lebensgefährlich, weil es kaum Radwege und auch kaum Radfahrer gibt. Meine Firma liegt zum Glück in Albany, im Norden von Auckland, so daß ich morgens und abends genau in die entgegensetzte Richtung wie alle anderen fahre (noch genau 8x dann ziehen wir um!).

Nicht zu unterschätzen ist auch das Klima in Auckland. Zwar ist es sub-tropisch warm mit milden Wintern, aber auch sehr feucht und schwül. Die West-und Ostküste sind hier nur ca 30km voneinenander entfernt und von irgendwoher kommt immer Regen (meist von Westen). Am Anfang fanden wir es super schön mild und warm hier, aber die Feuchtigkeit hat wirklich Nachteile. Viele Häuser schimmeln und sind feucht. Stellt man eine Kiste Bücher in die Garage hat der Inhalt nach 3 Monaten Stockflecken. Man kann nie die Wäsche raushängen und wegfahren, denn in Auckland kann es immer mal unverhofft regnen. Da freuen wir uns auf die langen trocknen Sommer im Weinanbaugebiet Gisborne.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Hauspreise. Auch mit einem guten Einkommen und viel Fantasie konnten wir uns die Lage nicht schönreden. In Auckland ein Haus zu kaufen ist absolut unrealistisch. Einen Hauskredit von 800.000$ aufnehmen – das ist nicht unser Ding. Da könnte ich nie ruhig schlafen. Wer kann denn solche Preise noch bezahlen?!
Unsere Miete wurde auch immer teuerer so, dass wir langfristig nach Alternativen suchen mußten. Nur noch 2 Wochen, dann ziehen wir um nach Gisborne in unser eigenes kleines Haus – und wir freuen uns tierisch!

Heute war der Besichtigungstermin für die Nachmieter unseres Miethauses in Birkdale. Nachdem in wir unserer Doppelhaushälfte  2,5 Jahre lang 400$/Woche Miete gezahlt hatten wurde im Mai die Miete auf 440$ erhöht. Der neue Mieter, der nach uns einziehen wird muss aber schlappe 500$/Woche berappen. Das Schlimmste daran ist, dass das noch gar nicht mal teuer ist. In Wahrheit hatten wir einfach nur Glück, so nette (private) Vermieter zu haben. Die hatten schlichtweg nicht gemerkt wie teuer die Mieten mittlerweile waren und unsere Miete war ehrlich gesagt einfach zu billig. Das Haus war ein echter Glücksgriff: Warm, isoliert und alle großen Fenster zur Sonne ausgerichtet. Besser hätten wir es nicht treffen können.

Wir haben unsere Zeit in Auckland sehr genossen und es gibt hier wirklich schöne Ecken. Aber jetzt freuen wir uns auf ein beschauliches Kleinstadtleben im sonnigen Gisboren mit Haus-Renovierung, Gemüsegarten und vielleicht ein paar Hühnern. In 2 Wochen ziehen wir ins “echte Neuseeland”.