Man hört ja immer, dass neuseeländische Häuser im Winter kalt und feucht sind. Deutsche Auswanderer in Neuseeland, trauern oft dem hochgelobten deutschen Wohnstandard hinterher und frieren im Winter in ihrem Kiwi-Häusern. Die “Leichtbauweise” der Häuser und der mangelnde Wohnkomfort im Winter sind sicher zwei der größten Nachteile am Leben in Neuseeland. Hier möchte ich mal erklären, was genau eigentlich das Problem mit dem Kiwi-Häusern ist. Ich bin zwar kein Bau-Experte, aber wir leben seit 8 Jahren hier und renovieren selbst ein altes Cottage von 1900. Dabei haben wir schon einiges herausgefunden und gelernt.

Neuseeland Haus Bausubstanz

Außenwand eines neuseeländischen Hauses von innen gesehen: Wenn man das Rigips innen entfernt kann man die Rückseite der Fassadenbretter sehen

Wie sind neuseeländische Häuser gebaut?

In Neuseeland sind die Häuser meist aus Holz-Ständerwänden gebaut. Innen kommt Rigips an die Wand und von außen entweder Fassadenbretter aus Holz (Weatherboard) oder eine gemauerte Fassade. Wirkliche Steinhäuser (“double-brick”) wie man sie aus Deutschland kennt, sind in Neuseeland wegen der Erdbebengefahr extrem selten. Zwischen dem Rigips und der Fassade befindet sich bestenfalls eine Isolierungsmatte aus Glaswolle oder ähnlichem Material… schlimmstenfalls nur Luft. Die Häuser haben keinen Keller und stehen meist auf Holzpfosten (Piles) ca 60 cm über dem nackten, feuchten Erdboden. Moderne Häuser haben einen Betonboden, aber auch keinen Keller. Der Großteil der neuseeländischen Häuser hat einfachverglaste Fenster aus Holz oder Aluminium, die alles andere als dicht sind. Rolläden, wie man sie aus Deutschland kennt, gibt es nicht. Als Heizquelle dient meist ein Holzofen oder eine Heatpump (elektrische Klimaanlage) im Wohnzimmer. Der Rest des Hauses bleibt im Winter ungeheizt bzw wird mit kleinen Elektroheizöfchen angewärmt. In südlicheren Regionen snd aber manche Häuser mittlerweile mit Zentralheizungen ausgestattet.
Ob ein Haus warm und trocken oder feucht und kalt ist hängt auch zum großen Teil von seinem Standort ab. Das erkläre ich in diesem Artikel.

Als Mieter muss man in Neuseeland nehmen was man kriegen kann

Wer frisch nach Neuseeland einwandert hat leider keine Wahl: Seit 2018 ist es ohne Resident Visa extrem schwierig ein Haus zu kaufen (mehr dazu in diesem Kiwifinch Artikel). Die meisten Einwanderer haben am Anfang nur Work Visa und müssen erstmal mieten. Bei dem derzeitigen Wohnungsmangel bedeutet das: Man muss nehmen was man kriegen kann. Mietobjekte sind in Neuseeland ein Investitions-und Spekulations-Objekt. Oft wird an Mietshäusern nur das Allernötigste repariert und kaum Geld in die Instandhaltung gesteckt.
Seit Juli 2019 gibt es allerdings neue Mindeststandards für Mietshäuser: Sie müssen, soweit möglich, wenigstens unter dem Fussboden und in der Decke isoliert sein. Wer das kontrollieren oder durchsetzen soll bleibt allerdings fraglich. Oft sind Mieter froh überhaupt ein Dach über dem Kopf gefunden zu haben und werden bestimmt keine Ansprüche geltend machen. Als Mieter hat man in Neuseeland allgemein nur wenig Rechte: So beträgt zB die Kündigungsfrist des Vermieters in bestimmten Fällen nur 42 Tage (zB Wenn das Haus verkauft wird – was oft vorkommt). Hier gibt es eine Übersicht der Rechte und Pflichten von Mietern und Vermietern.

Unsere 6 wichtigsten Erkenntnisse über neuseeländische Häuser

Hat man dann irgendwann ein Haus in Neuseeland gekauft, stellt sich die Frage: Wie bekommt man so ein Kiwi-Haus im Winter warm ohne dabei arm zu werden?
Auf keinen Fall sollte man da Neuseeländer um Rat fragen, denn die haben da ihre ganz eigenen Theorien.

Erkenntnis Nr 1:
Glaube den Kiwis nicht, wenn sie sagen: “Der Winter ist so kurz, das lohnt sich doch alles nicht!”

Die meisten Neuseeländer würden nicht auf die Idee kommen, Geld zu investieren, um ihr Haus besser zu isolieren. Kiwis legen nicht viel Wert auf Wohnkomfort. Die Devise heißt: “Wenn Dir kalt ist, dann zieh einen Pullover mehr an. Wegen der paar kalten Monate im Winter brauchen wir doch das Haus nicht aufrüsten!”
Diese Einstellung kommt bestimmt auch daher, dass Kiwis ihre Häuser relativ schnell weiterverkaufen: Durchschnittlich wird ein neuseeländisches Haus alle 7,4 Jahre verkauft (2007 war es sogar noch alle 3,8 Jahre). Weil man in Neuseeland so oft umzieht und wieder verkauft, steckt kein Kiwi viel Geld in ein Haus.
Auf der Nordinsel an der Küste sind die Winter milder, aber auf der Südinsel und/oder im Landesinneren sind die Winter genauso kalt wie in Deutschland. Natürlich kann man auch mit der Winterjacke zuhause auf dem Sofa sitzen, aber gesund ist das nicht! In den kalten Räumen schlägt sich die Luftfeuchtigkeit an den Wänden und anderen Flächen nieder und es fängt an zu schimmeln. 14% der neuseeländischen Kinder und 12% der Erwachsenen nehmen regelmäßig Asthma-Medikamente. Diese erschreckend hohen Zahlen sind auf die ungesunden Wohnverhältnisse zurückzuführen! Denn nur wenn man sein Haus ordentlich heizt ist es auch trocken!

Erkenntnis Nr 2:
Lüftungssysteme wie HRV sind totaler Unsinn!

Die bekanntesten Firmen, die Lüftungssyteme für Wohnhäuser bauen sind HRV und DVS. Diese Lüftungsanlagen saugen Luft von außen oder auch aus warmen Zimmern an und blasen sie in die verschiedenen Zimmer. So will man der Feuchtigkeit im Haus Herr werden und es wird teilweise auch damit “geheizt”. Neuseeländische Häuser haben meist ein unisoliertes Blechdach, was bedeutet, dass es durch die Sonnenwärme oben im Dachboden meist einige Grad wärmer ist, als unten im Haus. Ein HRV System nutzt diesen Temperaturunterschied und pumpt im Winter warme Luft aus dem Dachboden runter ins Haus. Allerdings kann warme Luft viel mehr Feuchtigkeit binden als kalte Luft: Das bedeutet, man pumpt sich eigentlich noch mehr Feuchtigkeit ins Haus, als man ohnehin schon hat. Der deutsche Architekt Johann Bernhard, der schon sehr lange in Neuseeland lebt, hat uns erklärt, dass diese Ventilationssyteme total unsinnig sind.

Aber warum hat man in Neuseeland eigentlich morgens immer nasse Scheiben?

Ganz einfach: Weil die Fenster einfach verglast sind! In einem Haus kann man gar nicht verhindern, dass Feuchtigkeit entsteht: Kochen, Wäschetrocknen, ja sogar Menschen die atmen: Das alles erzeugt Luftfeuchtigkeit im Haus. Kühlt das Haus nachts aus, schlägt sich die Luftfeuchtigkeit an den kältesten Flächen im Haus ab… und das sind nunmal die Scheiben. Das kann man nur verhindern, indem man doppelverglaste Fenster einbaut.
Aber vorsicht: Die meisten in Neuseeland angebotenen doppelverglasten Fenster haben Aluminium-Rahmen! Da hat man dann zwar keine nassen Scheiben mehr, dafür aber dann nasse Fensterrahmen. Weil der Alurahmen abkühlt schlägt sich das Kondenzwasser auf dem Aluminum nieder. Auch ein angeblicher “Thermal Break” (eine Isolierung im Fensterrahmen die das verhindern soll) funktoniert unserer Erfahrung nach nur bedingt. Also besser Finger weg von Aluminiumfenstern!

Ein Bekannter von uns (Kiwi) hat doch tatsächlich alle alten Holzfenster in seinem Haus gegen neue Aluminiumfenster ausgetauscht… einfachverglaste wohlgemerkt (*OMG!). Um dem Kondenzwasser im Haus Herr zu werden hat er gleich noch eine teuere HRV-Anlage einbauen lassen. Da kann man doch nur den Kopf schütteln. Hätte er einfach nur gescheite, doppelverglaste Fenster eingebaut, dann gäbe es gar kein Kondenzwasser!

Wenn man Doppelglasfenster einbaut verändert sich natürlich das ganze Raumklima. Wenn man Pech hat, kann es passieren, dass dann eine andere Fläche die “kälteste Fläche” im Raum wird und es dann dort feucht wird und schimmelt. zB an einer schlecht isolierten Außenwand. Am besten ist es, wenn das Haus Tag und Nacht wenigstens eine gewisse Raumtemperatur hat. Dann schlägt sich das Wasser nämlich gar nicht erst nieder sondern bleibt in der Raumluft.

Wir nutzen im Winter einen Dehumidifier im Haus. Damit kann man Feuchtigkeit aus der Raumluft filtern. Eine Ladung Wäsche im Haus zum Trocknen aufzuhängen, bedeutet zB dass ca 2 bis 4 Liter in die Raumluft verdunsten. Deshalb sollte man besser keine Wäsche im Haus trocknen. Ansonsten hilft auch regelmäßiges Lüften.
Wenn das alles nichts hilft, dann muss man vielleicht doch auf eine Lüftungsanlange zurückgreifen.

Kondenzwasser an einem einfachverglasten Fenster

Kondenzwasser an einem einfachverglasten Fenster im Winter

Erkenntnis Nr 3:
Ein isoliertes Haus ist noch lange kein warmes Haus!

Natürlich kann man ein isoliertes Haus leichter heizen. Aber in den neuseeländischen Medien wird es gerne so dargestellt, als sein ein isoliertes Haus an sich schon ein “warmes Haus”. Das stimmt leider nicht. Die neuseeländische Regierung hat ja einige Initiativen gestarten, die helfen sollen, warme und “gesunde” Wohnräume zu schaffen. Der Fokus liegt dabei auf der Isolierung des Fussbodens, der Decke und der Wände.
Der Grundgedanke stimmt. Allerdings hilft auch die beste Isolierungs nichts, wenn keine ausreichend starke Heizquelle im Haus installiert ist. Oft sind die vorhandenen Heizquellen (kleine Heizlüfter, die mit Strom laufen oder Heat Pumps) im Betrieb so teuer, dass die Kiwis erst gar nicht heizen, weil sie es sich nicht leisten können. Nur vom Isolieren wird ein Haus natürlich nicht warm.
Auch Neubauten haben oft keine Heizung. Da stellen sich Leuten ein neues, modernes Haus hin und anstatt sich gleich beim Bau Gedanken über die Heizung zu machen, sitzen sie dann im Winter mit einem kleinen Heizlüfter im Wohnzimmer.

Nachträglich angebrachte Isolierungsmatten in einer Ständerwand in einerm neuseeländischen Haus

Nachträglich angebrachte Isolierungsmatten in einer Ständerwand.

Ein Haus nachträglich zu isolieren ist relativ aufwändig. Isoliert werden die Ständerwände meist mit Isolierungsmatten wie Pink Bats oder Earthwool. Will man es richtig machen, muss man alle Wände aufreissen, also das Rigips und die Bretter darunter entfernen (falls es welche gibt). Bevor man die Isolierung die Wand packt, sollte man eine eine Dampfsperre anbringen (eine Folie).

Aber nicht jeder will sein Haus komplett renovieren: Manchmal wird auch nur durch ein paar Löcher Isolierungsmaterial in die Wände geblasen. Meiner Meinung nach kann so eine Isolierung nicht ordentlich abdichten, denn es laufen zB Stromkabel in der Wand, die verhindern, dass sich das Isolierungsmaterial gleichmäßig verteilt. Fraglich ist auch, ob dieses reingeblasene Isolierungsmaterial nicht nach einiger Zeit in sich zusammenfällt und absackt. Im schlimmsten Fall ist die Außenfassade undicht und die Isolierung wird nass. Dann hat man schimmelige Pampe in der Wand. Also vorsicht beim Hauskauf: Wenn ein Haus als “isoliert” angepriesen wird, lohnt es sich nachzuprüfen WAS und WIE isoliert wurde.

Wir haben mit einer kleinen Wärmebildkamera (ähnlich wie diese hier) ein paar Außenaufnahmen von unserem vollkommen unisolierten 120 Jahre alten Haus gemacht (Siehe Bilder unten). Auf den Bildern kann man sehr gut erkennen, wie die Wärme unter dem Fussboden entweicht. Außerdem ist deutlich, dass der größte Wärmeverlust an den damals noch einfachverglasten Fensterscheiben stattfindet (Rolläden gibt es ja keine).

Neuseeland kalte Häuser

Foto unseres 120 Jahre alten neuseeländischen Hauses mit einer Wärmebildkamera

 

Da wir in Gisborne relativ milde Winter haben, macht es für uns eigentlich keinen Sinn, alle Außenwände nachträglich aufzureißen und zu isolieren. Unser Haus ist sehr stabil gebaut und hat auch von innen richtige Holzbretter an den Wänden. Auf diesen Holzbrettern ist Rigips. Das alles aufzureissen würde Unsummen kosten … nur um dann über den gesamten Winter vielleicht 200 NZD Heizkosten (Gas) zu sparen. Wir haben beschlossen, dass sich das für unser Haus nicht rentiert – auch wenn wir in dem Haus alt werden wollen. Wir werden nur dort isolieren, wo man gut hinkommt: Unter dem Haus und in der Decke. Die Wände lassen wir in unserem Haus unisoliert.

Erkenntnis Nr 4:
Fenster austauschen hat den größten Effekt

Unser Haus ist sehr alt und hat “historische” Sash Windows aus Holz (Fenster zum Hochschieben). Diese Fenster sehen zwar toll aus, sind aber sehr unpraktisch, nicht einbruchsicher und auch nicht dicht. Wenn wir in unser altes Haus moderne Doppelglasfenster einbauen können wir unseren Wohnkomfort wesentlich verbessern.
Wir möchten zwar gern moderne Fenster, wollten aber unser schönes altes Haus nicht unbedingt mit modernen Fenstern verschandeln. Am Ende haben wir einen Kompromiss gefunden: Um den Look der Street Front zu erhalten, haben wir doppelverglaste Terrassentüren im Kiwi-Kolonial-Look von einer Schreinerei aus Gisborne aus Holz bauen lassen. Im Rest vom Haus lassen wir moderne, deutsche PVC Fenster einbauen. Die muss man nicht streichen und wir haben mehr Gestaltungsmöglichkeiten (Schiebetür, Dreh-Kipp-Fenster usw).

Neuseeländisches-Haus-mit-doppelverglasung

Vorher (links) und nachher (rechts): Unser neuseeländisches Haus mit doppeverglasten Terrassentüren

Es gibt einige Firmen in Neuseeland, die “deutsche Fenster” anbieten: Fenestro, Ecowindows, Warm Windows, Wooden Windows, Eurowindows und Homerit sind die Firmen die ich recherchiert habe (ich erhalte kein Geld dafür, dass ich diese Firmen hier nenne!).
Wir haben unsere PVC Fenster und Türen bei Homerit gekauft. Deren Fenster sind BRANZ approved (sollten also für neuseeländische Bedingungen geeignet sein) und sehr stabil gebaut. Außerdem hatten Freunde von uns Homerit Fenster in ihr Haus einbauen lassen und wir waren einfach total angetan als wir die Fenster gesehen haben. Die Firma Homerit sitzt in Auckland und hat keinen Vertragspartner in Gisborne. Deshalb mussten wir die Fenster direkt in Auckland bestellen. Die Kommunikation mit der chinesischen Mitarbeiterin war etwas holprig (besonders weil sie die Fenster zunächst ohne Transportversicherung nach Gisborne schicken wollte), aber am Ende waren wir sehr zufrieden.

Erkenntnis Nr 5:
Neuseeland hat das perfekte Klima für Passiv-Häuser

Wer in Neuseeland baut, sollte sich unbedingt erkundigen, ob es nicht Sinn macht gleich ein Passiv-Haus zu bauen. Auch im Winter scheint in Neuseeland oft die Sonne und hat sie hat viel Kraft. Wer sein Haus clever mit großen Glasflächen zur Sonne ausrichtet und “Thermal-Mass” wie einen Betonboden als Wärmespeicher nutzt, der kommt in den milderen Gefilden Neuseelands fast ganz ohne Heizung aus. Im Sommer steht die Sonne höher und der Einfallswinkel ist steiler: Hier helfen kleine Vordächer das Haus vor der heissen Sommersonne abzuschirmen.

So ein Haus muss nicht unbedingt mehr kosten, man muss beim Bau nur die Sonne berücksichtigen. Der deutsche Architekt Johann Bernhard lebt schon lange in Neuseeland und hat sich auf solche Häuser spezialisiert.
Auch eine Solar-Anlage kann sich in Neuseeland rentieren: Neuseeland ist mit bis zu 2500 Sonnenstunden pro Jahr gesegnet (Nelson). Allerdings hat man hier ähnliche Probleme wie in Deutschland: Der meiste Strom wird unter tags erzeugt, wenn man selbst nicht zuhause ist. Den Strom ins Netz einzuspeisen und zu “verkaufen” lohnt sich bei den paar cent/KWh, die man bekommt fast nicht.

Erkenntnis Nr 6:
Es macht keinen Sinn in Neuseeland ein “Haus nach deutschem Standard” bauen zu wollen

Die Idee ein “Haus nach deutschem Standard” in Neuseeland bauen zu wollen ist naheliegend. Allerdings dürfte das extrem schwierig werden und macht auch wenig Sinn.
Die neuseeländischen Häuser sind aus Holz gebaut, weil es hier doch immer mal Erbeben gibt. Ein Holzhaus ist beweglicher als ein starres Steinhaus und kann Erdbeben besser wegstecken. Die Auswahl an Baumaterialien ist in Neuseeland sehr eingeschränkt. In manchen Bereichen gibt es Monopole und man kann nur Material von einem Hersteller kaufen. Selbst wenn man findet wonach man sucht, hat man noch lange keine Handwerker, die wissen wie man mit den europäischen Baumaterialien korrekt umgeht. Wir haben zB unsere PVC-Schiebetür selbst eingebaut. Der Glaser, der dann kam um die Glasscheiben einzusetzen hat erstmal kurz gestutzt und dann die Installation Instructions gelesen. So eine PVC-Tür hatte er noch nie zuvor gesehen.

Der anhaltende Bauboom in Neuseeland macht es sowieso schon schwierig Handwerker zu finden. Wenn man auch noch ein “schwieriges Bauprojekt” hat, bei dem nichts nach dem neuseeländischen Standard entspricht, dürfte es sehr schwierig sein, Handwerker zu finden, die da mitmachen. Die Idee mit deutschen Handwerkern auf der Walz zu arbeiten ist nett, aber man braucht auf jeden Fall einen in neuseeland lizenzierten Builder um die Bauabschnitte abzunehmen.
Das größte Problem beim Hausbau sind aber sicherlich die Bauvorschriften. Die Behörden sind ziemlich pingelig, wenn es um die Einhaltung der neuseeländischen Standards beim Hausbau geht. Wer mit ausländischen Materialien und fremden Baumethoden bauen will, wird schnell merken, dass die neuseeländische Bürokratie in diesem Bereich locker mit der deutschen mithalten kann. Nur weil etwas in Deutschland Standard ist, heißt das noch nicht, dass man in Neuseeland so bauen darf! Wir haben Bekannte, deren Bauprojekt sich über Jahre hinzog, weil die Behörden sich an Details aufgehalten haben.

Der Artikel ist jetzt länger geworden, als ich dachte. Aber über dieses Thema könnte man sicher ein Buch schreiben. Falls ich etwas vergessen habe oder jemand noch weitere Fenster-Hersteller empfehlen kann, freue ich mich über Hinweise! Wir wohnen ja in einer Stadt mit relativ mildem Klima: Mich würden auch mal Erfahrungen aus kälteren Gegenden interessieren.