Eine weitere Erkenntnis von unserem Heimatbesuch ist, daß Lebensmittel in Neuseeland vergleichsweise teuer sind. Gleich zu Beginn unseres Deutschlandtripps zog es uns wie magisch in einen Aldi Supermarkt: Wir wollten den 55 Cent-Mozzarella mit eigenen Augen sehen. Wir wußten ja, daß er existiert… aber wir wollten nachsehen ob er tatsächlich noch da war.
In Neuseeland werden ja dunkelgelbe feste Käseklumpen für 8 NZ$ als Mozzarella verkauft und für unsere Essgewohnheiten bedeutete das schon einen herben Einschnitt. Das ging sogar so weit, daß ich vor nicht alzulanger Zeit einen Käsekurs besucht habe um zu lernen wie man selbst Mozzarella macht.

Mozzarella bei Aldi

Nein, Lebensmittel sind wirklich ziemlich teuer in Neuseeland. Im Moment ist ja Winter, und da ist zB das Gemüse extrem teuer: zB 1 einzelner Paprika kostet 2,99 NZ$, 1 kg Tomaten 9,99 NZ$,  eine Salatgurke 2,99 NZ$. Im Sommer fallen die Preise dann, wenn die Produkte regional beschafft werden können. Aber auch Dinge die hier produziert werden oder in Hülle und Fülle vorhanden sein müßten sind teuer: Äpfel sind im Supermarkt nicht unter 4,99 NZ$ pro Kilo zu kriegen und Käse, Milch und Butter kosten im Vergleich zu Deutschland ein Vermögen.
Alkohol ist sehr, sehr, sehr viel teuerer. Im Online-Schnapsladen könnt Ihr Euch die Preise mal anschauen: Ein 6er-Pack Bier kostet ab 12 NZ$, eine 0,7 l Flasche Absolut Wodka kostet 39 NZ$ und eine 0,7 l Flasche Jägermeister gar 49 NZ$.
Wir kochen zB gerne mit Wein (in der Soße) und hatten dafür in Deutschland gerne mal eine Flasche 1,99 EUR Wein im Diskounter gekauft. Die billigste Flasche Wein die mir in Neuseeland je begegnet ist kostete 7,99 NZ$.

Die Lebensmittel in Neuseeland sind nicht subventioniert wie in Europa

Bleibt noch die Frage warum sind die Lebensmittelpreise in Neuseeland so hoch? Meine These ist, daß die europäischen Agrarsubventionen es den deutschen Herstellern erlauben Dinge wie Käse und Milch zu einem Spottpreis anzubieten. Im Endeffekt zahlt der Verbrauche aber doch: Nur eben über Steuern. Dann herrscht in Neuseeland ein Supermarktkarrtell aus zwei großen Supermarktketten, die natürlich die Preise unter sich ausmachen.

Die Kehrseite: Es gibt noch massig Jobs im Einzelhandel

Auf der anderen Seite sehe ich bei Pak’n Save, unserem low-budget Supermarkt, 2 Typen die auf dem Parkplatz die Einkaufswägen zusammenschieben, geschätzt 10 Leute Regale einräumen und ein Stoßtrupp von 20 Kassiererinnen am Check-out. Keine Schlange ist länger als 2 Kunden. In Deutschland müssen bei Aldi 2 Kassiererinnen alleine die Regale aufüllen, den Boden wischen, Kunden kassieren und Brot backen. Die 10 gering qualifizierten Arbeitslosen die AUCH in diesem Aldimarkt arbeiten könnten bezahlt wieder der Steuerzahler…
Ich denke am Ende egalisieren sich die verschiedenen Lebenshaltungskosten und Steuern dann wieder. Lebensmittel sind in Neuseeland teuer, aber dafür sind andere Dinge sehr viel bezahlbarerer als in Deutschland.